Dietrich59



Personalien und Diagnosen

Personalien

Sichtbarer Name: Dietrich59
Land: Deutschland
Bundesland/Kanton: Rheinland-Pfalz
Geburtsjahr: 1959
Alter: 58
Beruf: Selbständig
Hobbys: Radfahren (Leistungssport), Sprachen
Meine Homepage:

Daten bei Erstdiagnose

Datum: 28.02.2015
Alter bei Diagnose: 55
PSA: 8.00
Biopsiert? Ja
TUR-P? Nein
Gleason Score: 5 + 4 = 9
TNM-Diagnose: T2c N0 M0
Bemerkung: Knochenszintigramm und MRT kein Befund

Maximal gemessenes Prostatavolumen

Datum:
PSA:
Volumen in ml oder cm³:

Postoperative pathologische Daten

Datum: 27.03.2015
Gleason Score: 4 + 5 = 9
pTNM-Befund: T3b N0 M0
Schnittränder: R0
p-L-V-P-G-Befunde: L1
Siehe Bericht vom:

Prostatakrebs - Behandlungen

** PSA-Wert zu Beginn der Behandlung
von bis PSA** Art Klinik Ort
27.03.15 8.44 Offene OP Martini Klinik Hamburg
12.05.16 0.36 IMRT + HB Strahlentherapie Troisdorf



Medikamente

NEM = Nahrungsergänzungsmittel
von bis Medikament + NEM Menge / Zeiteinheit
01.04.15 Selen 100 ug
01.04.15 Vitamin D 2000 iE
01.04.15 Kurkuma 1 Esslöffel
01.04.15 Tomatenmark 1 Esslöffel
01.04.15 Granatapfelextrakt 1 Teelöffel
01.04.15 Brokolisprossen getrocknet 1 Teelöffel
01.04.15 Cialis 5 mg
12.05.16 08.11.16 Bicalutamid 50mg
09.11.16 Bicalutamid 150 mg
Menge pro T/W/M/J etc.


PSA-Verlauf    ng/ml    logarithmisch

PSA-Verlauf    ng/ml    linear

Testosteron    ng/ml

PSA-Verdoppelungszeiten in Jahren

Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gestiegen.
Verdoppelungszeit ist zur Vorperiode gesunken.
* Berechnet auf 1, 2, 4 und 8 Perioden rückwärts.

Grenzwert = 3 Jahre


Berechnung der Verdoppelungszeit in Tagen

Verdoppelungszeit in Jahren:
Verdoppelungszeit in Tagen:
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
01.04.14 6.50
11.06.14 6.95 2.01
01.10.14 7.59 2.41 2.24
01.01.15 8.14 2.50 2.45
26.03.15 8.44 4.41 3.15 2.61
22.06.15 0.12 -- -- --
01.10.15 0.17 0.55 -- --
02.01.16 0.18 3.09 0.91 --
21.03.16 0.36 0.22 0.44 -- --
11.07.16 0.15 -- -- 3.28 --
24.10.16 0.07 -- -- -- --
23.01.17 0.07 -- -- --
03.05.17 0.06 -- -- -- --
31.08.17 0.05 -- -- -- --
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
Datum PSA 1* 2* 4* 8*
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           
           

Mein Bericht

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Datum Δ 

letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
01.01.2014 - -
EINFÜHRUNG
Zum Einstieg möchte ich kurz einige Informationen über mich schreiben.
Ich habe mich regelmäßig vom Arzt durchchecken lassen. Leider wurde ich nie auf einen PSA Test hingewiesen.
In meiner Familie hatten 4 nahe Angehörige Krebs, auch das wurde von den Ärzten nicht abgefragt.
In Laufe meines Lebens habe ich immer sehr viel Sport getrieben. In den letzten Jahren Radfahren als Leistungssport.
Meine Ernährung war immer recht ausgewogen, allerdings mit viel Fleisch.
20 Jahre meines Lebens habe ich geraucht, aber von 8 Jahren aufgehört.
Trotz Sports war mein BMI immer zwischen 26 und 30.
An Begleiterkrankungen habe ich starke Arthrose im Knie und Faktor V Leiden (erhöhtes Thromboserisiko). Das Thromboserisiko wird durch eine Tumorerkrankung nochmals deutlich erhöht. In den letzten drei Jahren hatte ich zwei Thrombosen in der Wade, eine mit leichter Lungenembolie. Ich nehme daher lebenslänglich einen Blutverdünner (Xarelto).
       
01.01.2014 - -
ZUM THEMA SPORT
Ich habe in diesem Forum fast nichts zum Thema Sport und Prostatakrebs gefunden. Auch in der Literatur gibt es nur sehr wenig zu diesem Thema. Nach Diagnose von Prostatakrebs habe ich nur eine Studie gefunden:
"Physical Activity and Survival After Prostate Cancer Diagnosis in the Health Professionals Follow-Up Study
Stacey A. Kenfield, Meir J. Stampfer, Edward Giovannucci, and June M. Chan".
Das Ergebnis war, dass mit Sport, besonders intensivem Sport, die Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu sterben erheblich sinkt. Leider waren in dieser Studie nur wenige Patienten mit einem Gleason Score über 7, so dass sie für mich persönlich nicht repräsentativ ist.

Ich setze trotzdem darauf, dass Sport sich bei meiner Erkrankung sehr positiv auswirken wird und werde dazu auch meine Erfahrungen widergeben. Ich würde mich auch freuen, wenn ich eine Rückmeldung von Gleichgesinnten erhalten würde.

Wieviel Sport mache ich?
Ich fahre Rennrad und nehme auch an nationalen Rennen teil. Ich trainiere fast täglich. So komme ich auf 10.000 bis 12.000 km im Jahr. Besonders im Winter mache ich zusätzlich 2 mal in der Woche Krafttraining mit Freihanteln und 2 x funktionales Training. Ab Frühjahr steige ich in ein intensives Intervalltraining auf dem Rad ein.
       
01.04.2014 6.50 01.04.14
Nach einem Radrennen habe ich mir eine Prostataentzündung zugezogen, weil ich mich nicht warm genug angezogen habe. Ich bin dann nach vielen Jahren erstmals zum Urologen. Bei der Tastuntersuchung stellte er eine Verhärtung der Prostata fest und machte meinen ersten PSA-Test. Diesen Test wollte ich eigentlich nicht machen, weil mir die Medien (z.B. Quarks und Co.) vermittelt haben, dass dieser Test die Leute nur beunruhigt.

Der Wert war schon sehr hoch und stieg in der Folgezeit an.

Ich fing dann auch erstmal an, mich über Prostatakrebs zu informieren. Es schien mir so, dass der Krebs in der Regel recht harmlos ist, daher habe ich weitere Untersuchungen vor mir hergeschoben. Es kam allerdings noch hinzu, dass ich im Herbst 2014 nochmals geheiratet habe und wollte vorher das Thema Krebs nicht vertiefen.
So wuchs der Gleason 9 Krebs fleißig weiter.
       
01.03.2015 8.14 01.01.15
Beim Radiologischen Institut in Koblenz ließ ich ein MRT der Prostata machen.
Der erste Radiologe teilte mir mit, dass die verdächtigen Stellen im MRT wohl auf die Prostataentzündung zurückzuführen seien. Sein Kollege würde aber auch nochmals über die Bilder schauen. Der rief auch am nächsten Tag an und meinte, die Bilder seien verdächtig und ich solle eine Biopsie machen.
       
04.03.2015 8.14 01.01.15
Ich habe die MRT gesteuerte Biopsie durchführen lassen. Sie war ambulant unter Vollnarkose. Es war absolut schmerzfrei und ohne Nachwirkungen.
       
09.03.2015 8.14 01.01.15
Der schlimmste Tag in meinem Leben.
Ich fuhr nach Koblenz und der Radiologe teilte mir den Befund mit:
Gleason 5+4. Die Welt brach für mich und meine Frau zusammen.
Mir wurde auch geraten ein CT und ein Sintigram zu machen, um festzustellen, ob Metastasen vorhanden sind.
       
10.03.2015 8.14 01.01.15
CT und Sintigram in der Radiologie Koblenz, beides ohne Befund. Doch kein Todesurteil und wir waren voller Hoffnung, dass eine Heilung möglich sein könnte.
Der Radiologe riet und zu einer schnellen Operation. Wir fragten ihn auch danach, wo man sich am besten operieren läßt. Leider mussten wir dabei feststellen, dass alle Ärzte, die er uns empfahl zu seinem Netzwerk gehörten. Der vorgeschlagene Operateur hatte gerade einen Davinci System bekommen und brauchte wohl Patienten zum üben.
Ich erkundigte mich daher bei befreundeten Ärzten und die rieten mir fast alle zur Martini-Klinik.

Die nervliche Belastung in den nächsten Wochen war sehr groß. Ich schlief recht schlecht und hatte Angst, wie es weitergeht.

Sport musste ich reduzieren, hartes Training bei der starken Nervenbelastung war nicht möglich. Ich versuchte aber täglich wenigstens eine Stunde Rad zu fahren, damit die Depressionen besser werden. Es hat auch etwas geholfen.

In der Zwischenzeit hab ich natürlich auch sehr viel im Internet oder Büchern gelesen. Meine Erkenntnis war aber, dass man sich gerade in der Anfangsphase nur verunsichert, weil man besonders bei einem aggressiven Krebs nicht viel Positives lies und vieles auch nicht versteht und dann falsch interpretiert.
       
17.03.2015 8.14 01.01.15
Prostatasprechstunde Martini-Klinik Prof. Haese
Ich schilderte ihm meinen Fall und er machte uns Hoffnung, das der Krebs möglicherweise noch lokal begrenzt ist.
Eine Davinci Operation war kurzfristig nicht möglich, so entschieden wir uns für eine offene OP. Da ich aufgrund einer Leistenbruchoperation vor einigen Jahren ein großes Netz im Bauch hatte, wäre Davinci eh schwierig gewesen.

Die folgenden zwei Wochen waren wir sehr hoffnungsvoll und froh, dass der Tumor raus kommt. Ich habe mich auf die Operation gefreut

Bis zur Operation machte ich weiterhin Sport um fit zu sein.

Mit meiner Frau habe ich auch überlegt, wie wir mit dem Thema gegenüber Dritten umgehen. Wir haben uns entschieden, es keinem mehr zu sagen bzw. über den Krankheitsverlauf nicht gross zu reden, aus folgenden Gründen:
1. Ich bin selbständig und meine Kunden würden nur denken, zu dem kannst Du nicht mehr gehen.
2. Viele Bekannte, die es wussten, haben sich zurückgezogen, weil ihnen das Thema unangenehm war.
3. Der engste Familienkreis war genauso beunruhig wie wir und wir wollten ihn nicht zusätzlich belasten
4. Meine Frau wollte nicht, dass es zu Gesprächsthema im Ort wird
       
27.03.2015 8.44 26.03.15
Prostataektonomie in der Martini-Klinik durch Prof. Haese.
Der Aufenthalt war sehr angenehm. Die Pfleger hatten Zeit und waren den Patienten gegenüber sehr freundlich und hilfsbereit.
Die Operation hatte ich sehr gut vertragen. Ich musste nicht alle Schmerztabletten nehmen, die man mir gegeben hatte.
in der Leiste bildete sich eine Lymphozele, die zweimal behandelt werden musste. Dies war etwas schmerzhaft.

Im Gespräch nach der OP mit Prof. Haese hatte ich den Eindruck, dass die Operation etwas komplizierter war. Er bemerkte, dass das Netz von der Leistenbruch OP sehr gestört hatte, insbesonder bei der Suche nach Lymphknoten. Daher wurden wohl auch nur 12 Stück entnommen.

Im Krankenhaus versuchte ich so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen. Bereits am zweiten Tag nach der OP lief ich 1.000 Schritte und steigerte die Anzahl täglich. Einmal versuchte ich schon Treppen zu steigen, was aber meine Kreislauf nicht gut gekam. Nach drei Tagen war das aber auch kein Problem mehr und ich lief auch schon um den Block.

Am 3.4. wurde ich mit Katheter entlassen, weil die Lymphozele noch nicht ganz weg war.

Ich gehe eine Woche nach der OP wieder arbeiten, allerdings nur für einige Stunden, weil man wegen der Operationsnarbe noch schlecht sitzen kann. Auf eine Reha habe ich bewusst verzichtet, weil ich mich körperlich sehr fit fühle und über Ernährung eh gut informiert war.
       
09.04.2015 8.44 26.03.15
Katheter wird in der Urologie Troisdorf gezogen.
Die ersten drei Tage war ich sehr stark inkontinent, weil die Harnleiter noch stark gereizt waren.
Aber bereits nach einer Woche war ich trocken und benutzte für 2 Wochen die Vorlagen nur noch für den Notfall.
Mir hatte bereits der Radiologe gesagt, dass ich wegen meiner starken Muskulatur im Becken wohl keine Probleme mit der Inkontinenz bekommen werde.
Ich bin auch seitdem kontinent. Bei Blähungen gehen mal ein paar Tropfen weg. Einlagen habe ich seitdem nicht mehr benutzt.

Der Urologe verschrieb mir auch Cialis, damit der Schwellkörper sich nicht zurückbildet. Die Tabletten führten anfangs zu leichten Schmerzen im Dammbereich.
       
10.04.2015 8.44 26.03.15
Der nächste Hammer die Ergebnisse der Pathologie sind da:
pT3b Gleason 4+5 (Anteil Gleason 4 70%, Gleason 5 30%) maximaler Tumordurchmesser 33 mm, Tumorvolumen gesamt ca. 7,38 ml (Anteil Gleason 4:5,17 ml, Gleason 5 2,21 ml), pN0(0/12), L1, V0, R0.

Die Hoffnung auf Heilung ist dahin. Die Nomogramme weisen auf ein 50% Rezidivrisiko innerhalb von 3 Jahren hin. Die Lebenserwartung sinkt.

Eine Woche später gehe ich dann in die Prostatasprechstunde zu Prof.Lümmen in Troisdorf und bespreche das Ergebnis. Er gab mir zu verstehen, dass die zukünftige Entwicklung offen ist, ich natürlich mit einem Rezidiv in den nächsten Jahren rechnen muss.

Ich entwickelte nun meine Überlebensstrategie: Sport, gesunde Ernährung und Nahrungsergänzung

Ich habe schon immer recht gesund gegessen, so dass ich keine großen Veränderungen vornehmen musste. Ich reduzierte rotes Fleisch deutlich und esse nun 2-3 mal die Woche Fisch, ansonsten viel Obst und Gemüse. Ich esse aber nichts, was nicht schmeckt.

In der Martini-Klinik habe ich einen Vortrag zur Ernährung gehört, der mir auch Hoffnung gemacht hatte. Dazu habe ich die empfehlenswerten Bücher "Himbeeren mögen keine Krebszellen" und "Krebs und Ernährung" gelesen und nehme die Nährstoffe auf, die aus meiner Sicht war bringen könnten. Die Martini Klinik hat mir wegen der niedrigen Blutwerte besonders geraten, Selen und Vitamin D zu nehmen.
       
15.06.2015 8.44 26.03.15
Wie gehts mir bis zur ersten PSA Messung
SPORT
Nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, habe ich direkt mit Spaziergängen begonnen. Anfangs waren es 30 Minuten, nach 2 Wochen schon eine Stunde. Nach drei Wochen machte ich meinen ersten Dauerlauf über 15 Minuten und steigerte mich bis 4 Wochen nach OP auf 30 Minuten. Anfang Mai begann ich wieder mit dem Radtraining, anfangs eine Stunde. Ich benutze dazu einen speziellen Sattel, der den Dammbereich vollständig frei liess. Das war auf dem Rennrad recht unbequem, aber für eine Stunde ging es. Ich fing auch mit leichtem Krafttraining an, allerdings nur Übungen, bei denen die Bauchmuskulatur nicht belastet wurde. Mit Maschienen geht das.
Mitte Mai (6 Wochen nach OP) nahm ich am ersten Radrennen teil und fuhr auch wieder einen normalen Sattel. 4 Wochen später fuhr ich wieder Bestzeiten und meldete mich für die Rad WM an.
       
20.06.2015 8.44 26.03.15
Lebensqualität allgemein:

Meine Frau und ich machen uns natürlich täglich Gedanken über meine Erkrankung und lesen auch viel dazu, was mich oft runterzieht, weil es zu Gleason 9 nicht viel Positives gibt. Der Sport hilft natürlich, dass die Laune besser wird. Insgesamt muss ich aber sagen, es geht mir gut. Im Alltag habe ich nicht so wahnsinnig viel gändert. Ich gehe normal arbeiten, sehe jedoch vieles wesentlich gelassener. Auch steht das Geldverdienen nicht mehr so ganz im Vordergrund; man gönnt sich auch mal was.
       
22.06.2015 0.12 22.06.15
Der nächste Schlag
Der erste PSA Wert liegt nicht unter der Nachweisgrenze. Prof. Lümmen vermutet, dass dies ein Lympfknoten sein könnte.
Ich lasse daraufhin an der Uniklinik Bonn ein PSMA Pet/CT machen. Es war ohne Befund. Der Arzt wies aber darauf hin, dass bei meinem PSA Wert die Genauigkeit unter 30% liege.

In der Folgezeit sind wir natürlich wieder sehr beunruhigt. Die Angst die groß, dass die PSA Werte nach oben wegschießen.

Sport mache ich weiter und werde auch immer fitter. Ich achte mehr auf eine gesunde Ernährung.

Im August bekomme ich dann eine Thrombose in der Wade mit einer leichten Lungenembolie. Der Arzt wies mich darauf hin, dass wegen meines Faktor 5 Leidens und des Prostatakrebes eine erhöhte Gefahr für eine erneute Thrombose besteht. Ich nehme daher täglich 20 mg Xarelto um das Risko deutlich zu reduzieren.
       
01.10.2015 0.17 01.10.15
Die zweite PSA Messung.

Meine Frau ist entsetzt, ich bin eigentlich beruhig, weil meine Befürchtung, der Wert würde ins unermessliche steigen, nicht bestätigt wurde. Der Anstieg liegt in dem Rahmen, was man bei meinem Befund erwarten konnte.

Man gewöhnt sich an seine Krankheit und negative Ergebnisse ziehen mich nicht mehr ganz so runter wie am Anfang.
Auch hierbei hilft Sport.


       
02.01.2016 0.18 02.01.16
Der PSA Wert ist nur gering gestiegen. Wir sind euphorisch und schöpfen Hoffnung, den Krebs in den Griff zu bekommen.
Ich hatte den Winter über konsequent trainiert (Ausdauer und Muskelaufbautraining) und auch die Nahrungsergänzungsmittel regelmäßig genommen.
Die Werte für Vitamin D und Selen, sind genau da, wo sie sein sollen.
Wir gehen davon aus, das das der Grund für die positive Entwicklung sein könnte.

Die nächsten 2 Monate geht es uns sehr gut und wir denken kaum an Krebs.
       
21.03.2016 0.36 21.03.16
Der PSA Wert verdoppelt sich wieder. Meine Theorie geht wohl doch nicht auf. Ich entscheide mich aber dafür, an meiner Lebensweise nichts zu ändern. Ich werde weiterhin darauf hoffen, dass es mir in irgendeiner Weise in Zukunft nützt.
Ich bin körperlich in Höchstform und war den ganzen Winter über nicht krank. Es fällt mir ja auch nicht schwer, da ich gerne Sport betreibe und mir das gesunde Essen auch schmeckt.

Die ganzen Nahrungsergänungen schütte ich mittlerweile zusammen in ein Glas und trinke es in einem Schluck. Dauernd Kurkuma oder Tomatenmark ins Essen zu tun, wurde eintönig.

Die Frage ist nun, wie geht es mit den Behandlungen weiter. Ich möchte so lange wie möglich auf eine Hormonbehandlung verzichten. Meine Überlegung ist, bis zu einem PSA von 1 zu warten, um dann ein PSMA Pet/ct zu machen. Wenn man dann die möglichen Lymphknoten entdecken würde, könnte man die ja rausoperieren oder bestrahlen. Das werde ich nächste Woche mir dem Urologen besprechen.
       
12.05.2016 0.36 21.03.16
Beginne heute mit der Salvage Strahlentherapie von Prostataloge und Lymphabflusswegen. Zusätzlich nehme ich täglich 50 mg Bicalutamid. Es handelt sich hier um keine Therapie, die in der Leitlinie steht. Auch ist die Studienlage laut meinem Urologen und Strahlentherapeuten nicht eindeutig. Es handelt sich hier um einen individuellen Heilungsversuch. Wegen des hohen Gleason Scores und des schnellen Forstschreitens des PSA nehme ich eventuelle Nebenwirkungen gerne in Kauf.

Auf der Hompage der Martini-Klinik findet sich unter Literatur des Monats Juli 2016 eine Studie, nach der die Therapie Erfolg verspricht.
       
06.07.2016 0.36 21.03.16
Die Strahlentherapie ist beendet. Ich habe 37 Bestrahlungen der Prostatloge und 29 der Lymphabflusswege erhalten.
Die Nebenwirkungen waren zu vernachlässigen; etwas Durchfall und Brennen im After. Diese Beschwerden waren nach Ende der Bestrahlung schnell verschwunden. Ich denke, wenn ich mehr auf die Ernährung geachtet hätte, wäre der Durchfall auch geringer gewesen. Ich habe viel Obst, Gemüse und Vollkorn gegessen.
Da die Behandlungen morgens früh erfolgen, konnte ich auch normal arbeiten gehen.

Ich habe mir auch die Brust bestrahlen lassen. Davon habe ich garnichts gemerkt.

Etwa 12 Wochen nach Beginn der Hormontherapie mit Bicalutamid sind die Brustwarzen etwas druckempfindlich geworten und auch ganz leicht geschwollen. Ist aber gut auszuhalten.

Nachträglich habe ich gelesen, dass auch eine medikamentöse Therapie eine Möglichkeit gewesen wäre, um ein Brustwachstum zu vermeiden. Die solle man aber beginnen, bevor man Hormontabletten nimmt. Die Ärzte haben mich darauf allerdings nicht hingewiesen.
       
11.07.2016 0.15 11.07.16
Mit Beginn der Behandlung habe ich morgens 50 mg Bicalutamid eingenommen. Diese Behandlung soll ich mindestens 1 Jahr fortsetzen, da bei mir keine Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die Datenlage, ob diese Behandlung was bringt, ist sehr unklar, aber Strahlentherapeut und Urologe haben mir dazu geraten.

Zu Beginn der Behandlung (nach 3 Wochen) merkte ich ein leichtes Schwächegefühl in den Muskeln. Auch meine Leistungsfähigkeit auf dem Rad ging gut 20% zurück (in Watt). Wegen der vielen Behandlungen habe ich meine Trainingsintensität anfangs verringert. Nach 4 Wochen habe ich aber auch wieder hochintensive Intervalle eingebaut. Die Muskelschäche verschand daraufhin sofort, die Leistung verbesserte sich. Ich konnte aber die Wattwerte des Vorjahres nicht mehr erreichen. Es scheint so, dass das Bicalutamid ca. 10% Einbußen zur Folge hat.

Da ich das Training normal weitergeführt habe, konnte ich auch 3 kg Gewicht abnehmen und mein Fettanteil ist auch gesunken.

Mein Fazit: mit intensivem Sport gibt es bei mir keine Nebenwirkungen unter Bicalutamid.
       
05.08.2016 0.15 11.07.16
Auf der Hompage der Martini-Klinik findet sich unter Literatur des Monats Juli 2016 eine Studie, nach der die Kompinationstherapie Bestrahlung und kurzzeitige Hormonbehandlung Erfolg verspricht. Das gibt mal wieder Hoffnung.
       
08.11.2016 0.07 24.10.16
Hatte heute mein Gespräch mit meinem Urologen. Der PSA Abfall ist erfreulich. Er geht davon aus, dass zu 90% die Bestrahlung der Grund dafür ist. Ich soll noch Bicalutamid für ein 1/2 Jahr weiternehmen, so dass ich auf insgesamt ein Jahr komme. Da mein Testosteronwert mit 8 sehr hoch ist, wird die Dosis jedoch auf 150 mg erhöht.
Er geht davon aus, dass ich nach Ende der Hormontherapie für einige Jahre unter der Nachweisschwelle liegen werde.
Die höhere Dosis soll nicht dazu führen dass die bisher kaum vorhandenen Nebenwirkungen verstärkt werden.

Das Thema Ernährung habe ich auch mit ihm angesprochen. Er sagte, dass man das heute nicht mehr so eng sieht, weil es keine vernünftigen Studien dazu gibt, dass das Essen den Krebs beeinflusst.

Daraufhin bin ich erst einmal ins Steakhaus ;).

       
04.05.2017 0.06 03.05.17
Der PSA-Wert ist weiter gesunken. Die Strahlentherapie hat vor einem Jahr begonnen und seitdem nehme ich Bicalutamid. Mir geht es sehr gut und ich habe von den Behandlungen so gut wie keine Nebenwirkungen, selbst die Brustschmerzen sind deutlich zurückgegangen. Sportlich bin ich fast wieder auf dem Leistungsniveau wie vor der Operation.
So kann es weitergehen.
       
01.09.2017 0.05 31.08.17
PSA Wert ist weiter gefallen.
Die Darmbeschwerden durch die Bestrahlung werden etwas besser, auch mein Verbrauch an Cialis nimmt ab; es geht oft ohne.
Ansonsten habe ich keinerlei Nebenwirkungen, ausser der leichten Brustvergrößerung.
       
13.09.2017 0.05 31.08.17
Jahresgespräch mit meinem Urologen

Bicalutamid soll ich noch ein halbes Jahr weiter nehmen, so dass ich insgesamt auf 2 Jahre Hormontherapie komme.

Was mich im Gespräch aber stark verunsichert hat, war meine Frage nach dem weiteren PSA Verlauf nach Ende der Hormontherapie und den weiteren Behandlungsschritten. Im letzten Gespräch vor einem Jahr sprach er noch von vielen Jahren unter der Nachweisgrenze. Jetzt geht er davon aus, dass ich nur ein Jahr Ruhe haben werde und dann wieder mit der Hormontherapie weitermachen muss, weil der PSA dann voraussichtlich über 4,0 bzw. 5,0 liegen wird.

Die Aussage steht auch im Gegensatz zu den mir bekannten Nomogrammen und Studien.