Google+
 
d Thomas69
Kontakt Thomas69 Drucken

Mein Bericht

Übersetzen auf:
Englisch    
Französisch    
Spanisch    

Datum Δ 

letzter PSA vom

Erfahrungsberichte

       
27.02.1994 - -
Vorgeschichte
Meine Prostatakrebsgeschichte beginnt 1994. In diesem Jahr ist mein Vater an dieser Krankheit gestorben. Ich war damals 25 Jahre alt und weit entfernt von dem Gedanken das ich jemals an dieser Krankheit erkranken könnte.

Meine Mutter war bereits 1985 an einem Krebstumor im Rücken gestorben.

Es vergingen die Jahre. Ich war beruflich viel beschäftigt und trieb zu dieser Zeit viel Sport. (Volleyball und Fahrrad fahren)

Ich bin zeitlebens Single geblieben.

Außer ein paar kleineren Sportverletzungen bin ich nie ernsthaft krank gewesen.

Ich war immer sehr schlank. (188cm/72Kg) Mir fehlten zum Idealgewicht 7 Kg, also Untergewichtig.
Im Alter von 34 Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehöhrt und von da an gut 10Kg zugenommen
Solange ich denken kann und auch heute noch hatte ich eine Konfirmandenblase. Ich musste schon seit meiner Kindheit min.1x pro Nacht auf die Toilette.

Sport
Ab der 15. Klasse habe ich 2-3 mal pro Woche Sport getrieben. Anfangs Volleyball im Verein, später ist dann noch Fahrradfahren dazugekommen. Nach 28 Jahren habe ich mit Volleyball spielen aufgehöhrt. Die Belastung war einfach zu groß. Schichtarbeit und 3x pro Woche Training vertragen sich nicht. Das Fahrradfahren ist bis heute geblieben.

Was ich nach meiner Krebsdiagnose geändert habe
Ich fahre 2-3 mal pro Woche Fahrrad. Mache Dehnübungen und Rumpfstabi. Gelegentlich auch mal Beckenbodengymnastik und Schließmuskeltraining. Ganz selten gehe ich auch mal joggen oder schwimmen.

Ernährung
Während meiner Kindheit, in meiner Jugend und auch als Erwachsener aß ich viel Milch- und Getreidenahrung. (Müsli, Haferflocken, Quark)
Obst und Gemüse nur sehr wenig. Dafür regenmäßig Wurst und Käse.
Ich aß viel Süßigkeiten, vor allem Schokolade.
Bedingt durch den frühen Tod meiner Eltern und das Singledasein kamen bei mir viel Fertiggerichte auf dem Teller. Ich habe Langezeit viel weißen Zucker konsumiert. Ich habe regelmäßig rotes Fleisch gegessen.
In den letzten 5 Jahren vor meiner Krebsdiagnose habe ich viel Kohlenhydrate, vor allem Nudeln verzehrt. Ich bin neben dem Ballsport auch noch viel Fahrrad gefahren und war der Meinung das ich viel Kohlenhydrate bräuchte.

Was ich nach meiner Krebsdiagnose geändert habe
Weisen Zucker habe ich schon vor Jahren ganz weggelassen. Dosenfutter habe ich stark reduziert. Reine Fertiggerichte kommen bei mir gar nicht mehr auf den Tisch. Ich esse täglich Obst und Gemüse.
Rotes Fleisch habe ich ebenfalls stark reduziert, dafür mehr Fisch.
Süßigkeiten esse ich leider immer noch. (fast täglich) Ich komme davon einfach nicht weg.
Wurst und Käse esse ich immer noch, weil es einfach schmeckt.
Ich versuche meine Speisen frisch zu zubereiten, es gelingt mir aber nicht immer.
Als NEM nehme ich Vitamin D3 in den Wintermonaten, Selen und Kalzium das ganze Jahr über.

Alkohol, Nikotin und Drogen
Mit 13 habe ich meine erste Zigarette geraucht. (auf Lunge, nicht gepafft) Bis zum 25. Lebensjahr dann nur gelegentlich geraucht, danach regelmäßig 1 bis 1,5 Schachteln am Tag.
Mit 34 Jahren habe ich aufgehöhrt und mit 42 wieder angefangen. Ein Jahr vor meiner Diagnose, mit 47 dann erneut aufgehöhrt. Ich war es leid Süchtig zu sein.
Auch mit 13 Jahren wurde das erste Bier getrunken. Es blieb lange bei gelegentlichen Alkoholkonsum, meist zu feierlichen Anlässen.
Ab dem 35. Lebensjahr kam es zu regelmäßigem Konsum. Ein Bier nach dem Training oder nach gewonnenem Spiel (oder nach verlorenem), ein Feierabendbier hier, ein Bier zur Pizza mitbestellt da und und…………
Ich habe Zeitweise fast täglich ein Bier getrunken, ganz selten hochprozentiges oder Wein.
Ich habe nie irgendwelche harten Drogen konsumiert, nicht mal probiert.

Was ich nach meiner Krebsdiagnose geändert habe
Ich mache den jahrelangen Nikotin- und Alkoholkonsum mit verantwortlich für den Ausbruch meiner Krankheit und ich werde wütend auf mich selber, wenn ich nur daran denke was ich mir damit angetan habe. Deshalb hat man es heute schwer mich auf ein Bier einzuladen. Nicht mal alkoholfreies Bier kann ich trinken. Die ganze biertrinkerrei törnt mich einfach nur ab. Ich trinke heute nur noch ganz selten was. Zu Silvester, mit guten Freunden oder Bekannten.
Mit dem Rauchen hatte ich bereits 1 Jahr vor meiner Diagnose aufgehöhrt und ich werde nie wieder damit anfangen.

Krebsvorsorge
Es muss 2010 gewesen sein, ich kann mich nicht mehr genau an das Jahr erinnern, mein damaliger Hausarzt hat mir eine Krebsvorsorge vorgeschlagen. Ich willigte ein, meine Eltern waren ja an dieser Krankheit gestorben. Ich hielt die Untersuchung für sinnvoll.
Neben einer körperlichen Untersuchung musste ich ein paar Fragen beantworten und es wurde Blut abgenommen unteranderem zur Bestimmung des PSA Wertes. Den PSA Wert konnte ich mit Prostatakrebs in Verbindung bringen, mehr aber nicht.
Deshalb macht ich mir auch nicht die Mühe den Befund sofort einzuholen. Erst bei meinem nächsten Arztbesuch, Monate später, erkundigte ich mich nach dem Wert.
Die Angewohnheit wichtige Angelegenheiten „Auf die lange Bank zu schieben“ sollte mir noch einmal teuer zu stehen kommen.
Das PSA war 2,5. Mein Hausarzt meinte das der Wert OK sei und ich wusste es damals nicht besser.
Wieder vergingen die Jahre. Im März 2017 hatte ich mir einen fieberhaften Infekt eingefangen, weshalb ich meinen Hausarzt aufsuchte. Mein Hausarzt war inzwischen in Rente gegangen und der neue schlug mir einen PSA Test vor, zur Krebsvorsorge, ich sei in dem richtigen Alter für den Test, er würde mir zustehen. Ich willigte ein. Kann man ja mal machen. Auch die 17Euro IGEL störten mich nicht.
Es muss etwa 10 Tage nach meinem Arztbesuch gewesen sein, ich war in meinem Haus mit Irgendwas beschäftig als das Telefon klingelte. Ich schaffte es nicht Rechtzeitig zum Telefon, ahnte aber wer der Anrufer gewesen sein könnte. Ich nahm mit vor, sobald ich meine Arbeit erledigt hatte, mich bei meinem Hausarzt nach dem Befund des PSA Testes zu erkundigen. Und dabei blieb es!
Wieder verging viel Zeit, fast ein ganzen Jahr, ich bin in dieser Zeit 7300km fahrradgefahren. Ich fühlte mich Topfit.
Es war im Februar 2018, ich hatte mir den Rücken verhoben, was mich zu einem Arztbesuch zwang.
Als ich meinem Hausarzt gegenübersaß hielt der mir mit etwas erboster Mine den Laborbefund von 2017 unter die Nase. PSA 10,7!
Ich habe in meinem Leben viele Dinge getan, Dinge die wichtig waren, auf die es ankam.
Ich habe viele Entscheidungen getroffen, Entscheidungen die wichtig waren, auf die es ankam.
Warum ich bei meiner Krebsvorsorge versagt habe weiß ich nicht. Vielleicht erschien sie mir nicht wichtig genug.
       
20.02.2018 37.84 20.02.18
Vorstellung beim Urologen. Blutabnahme für PSA Test. Tastuntersuchung mit Befund. Verhärtung links.
       
23.02.2018 37.84 20.02.18
Vorstellung beim Urologen. Biopsie ICD-O:C61 M8140/3 pT1c Pn1 Gleason- Score 4+3= 7b. Alle Stanzen Pos. (11 von 11)
Standard Biopsie durch den Darm mit 12 Nadeln. Durchführung auf der Seite liegend mit Antibiotikaprophylaxe. Die Prozedur habe ich ganz gut überstanden. Die Nadeleinstiche habe ich gemerkt, trotz Betäubung. Die letzten 2 waren sehr unangenehm. Danach hatte ich noch 1-2 Tage Blut im Stuhl und Urin. Leider hatte ich mir einen leichten Infekt eingefangen, trotz Antibiotika. Er dauerte aber nur ein paar Tage.
Anfang März bekam ich dann der berühmten "Wie haben was gefunden, wir müssen uns unterhalten" Anruf. Ergebnis siehe oben. Ich hatte irgendwie damit gerechnet.
Seit dem Laborbefund (2/2018, PSA 10.7) war ich nervlich schon ziemlich am Ende. Ich war wie in einem Tunnel. Verzweiflung machte sich breit. Ich habe nicht gefragt: Warum ich? Ich war einfach nur traurig. In den folgenden 5 Monaten war ich sehr nah am Wasser gebaut. Erst als ich nach und nach immer mehr Wissen über meine Krankheit erlangt hatte wurde es besser. Unwissend über meine Krankheit, habe ich den Therapievorschlägen meiner Ärzte entsprochen. Wie sich herausstellten sollte waren sie richtig. (meine Meinung)

       
08.03.2018 37.84 20.02.18
Vorstellung beim Urologen. Beginn ADT. Bicalutamid gegen Flare Up, danach alle 3 Mon. Trenantone/Leuprone.
Die ersten Nebenwirkungen der ADT traten erstmalig nach 2 Monaten auf. Es waren gelegentliche Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen. Ab der 2. Spritze haben sich die Hitzewallungen dann manifestiert. Sie treten alle 40 min auf (+/- 5 Min.) Je nach Umgebungstemperatur und Tätigkeit bin ich mehr oder weniger einmal von Kopf bis Fuß nassgeschwitzt. Am schlimmsten ist es im Sommer, da läuft die Brühe nur so. Im Winter ist es aber auch nicht besser, wenn es kalt ist und ich nassgeschwitzt bin, muss ständig aufpassen das ich keine Zugluft abkriege. Am angenehmsten ist es, wenn ich auf dem Sofa liege und nichts tue. Dann brauche ich nur kurz die Jacke auszuziehen und einen kleinen USB Ventilator anstellen. Ich habe einen Ventilator im Wohnzimmer, einen im Bad, einen in der Küche........
In den Abendstunden ist mir oft kalt, auch bei 20°. Ich fange dann an zu frösteln.
Also Hitzewallung mit Schweißausbruch -> Jacke aus, Ventilator an -> frösteln, kalte Füße -> Ventilator aus, Jacke an -> dann wieder Hitzewallung ........
Nachts ist das fast genauso. In der ersten Hälfte der Nacht wache ich durch die Schweißausbrüche alle 1 bis 1,5 Stunden auf. In der zweiten Hälfte kann ich schonmal 3 Stunden durchschlafen. Ich stehe meist zwischen 5 und 7 Uhr auf, weil ich dann einfach keine Lust mehr habe zu schlafen. Ich wache ja sowieso nach 1 Stunde wieder auf.
Im späteren Verlauf kam dann noch verminderte Leistungsfähigkeit hinzu. Ich weiß nicht ob es an der ADT liegt oder noch Nebenwirkungen von der Chemo sind. Es ist belastend.
Auch mit dem Beginn einer ADT bin ich den Empfehlungen meines Urologen gefolgt. Ich wusste es damals nicht besser. Heute bin ich überzeugt das es bei dem Stadium meiner Erkrankung richtig war.

       
12.03.2018 37.84 20.02.18
Staging Computertomografie: 3 Lymphknotenmetastasen in aortokavalen Lymphknoten. Ich habe den Befund hingenommen. Was Fernmetastasen bei einer Krebserkrankung bedeuten wusste ich damals noch nicht.
       
15.03.2018 37.84 20.02.18
Staging Skelettszintigraphie: Kein Anhalt für Knochenmetastasen.
       
22.03.2018 37.84 20.02.18
Radikale Prostataektomie mit ausgedehnter Lymphknotenresektion bis oberhalb der Aorten- und Cava- Bifurkation (10 von 18 Lymphknoten tumorbefallen), nicht nervenerhaltend. ICD-O: C61 m8140/3 G2 pT3a (extrakapsuläres Wachstum, Infiltration des Blasenhalses), pN1 (bis 48mm), pM1 (Tumorinfiltration in aortokavalen Lymphknoten) L1 V0 R1 (multifokal, bis 1mm) Pn1 Gleason- Score 4 (90%) + 3 (10%) = 7b.
Die Entscheidung für die OP habe ich instinktiv getroffen. Das ist Krebs, das muss raus. Ich hatte damals nicht das Wissen und auch nicht die Nerven um mich mit der Materie zu beschäftigen. Mit der Entscheidung zur offenen OP bin ich der Empfehlung meines Arztes gefolgt. Er versicherte mir offen besser operieren zu können. Es sollte sich herausstellen das beide Entscheidungen richtig waren. (meine Meinung)
Die OP habe ich gut überstanden. Ich hatte dank der Periduralanästhesie kaum Schmerzen. Die PDA ist eine gute Sache. Es wird nur die oberflächige Haut betäubt. Man kann alle Gliedmaßen normal bewegen.
Die Aussage meiner Arzte nach der OP war: Wir haben weggeschnitten was wir wegschneiden konnten. Sie bekommen Maximaltherapie. Ich fand die Aussage nicht so toll. Nach und nach wurde mir aber klar was es bedeutete. Ich habe keine Fragen mehr über die OP gestellt.
Die Betreuung durch das Pflegepersonal war gut. Das Essen war immer sehr lecker.
Nach ziehen des Katheters war ich erstmal inkontinent. Ich konnte aber den Harnstrahl auf der Toilette unterbrechen. Die Inkontinenz war beim Laufen am schlimmsten. Wenn ich lief, lief auch der Urin. Im Liegen und Sitzen war es besser. Es war eine sehr unangenehme Erfahrung, wenn man(n) sich in die Hose macht und nichts dagegen tun kann. Ich habe das erstmal hingenommen und Vorlagen getragen. Es sollte 8 Wochen dauern bis sich das änderte. Gegen Ende meines Krankenhausaufenthaltes erhielt ich erstmalig eine Unterweisung in Schließmuskeltraining. Es wurde eine AHB beantragt.
Während meines Krankenhausaufenthaltes habe ich mich erstmalig über meine Krankheit informiert und mir ein solides Grundwissen angeeignet.

       
20.04.2018 37.84 20.02.18
AHB Kurpark Klinik Bad Nauheim. Durch die noch andauernde Inkontinenz konnte ich nur sehr wenig am Sozialen Leben teilnehmen. Meine Tischnachbarn sind viel wandern gegangen, was bei mir gar nicht möglich war. Auch waren einige sehr Alkohol lastig, was ich gar nicht mochte. Gerade in den Nachmittagsstunden war die Inkontinenz besonders schlimm. Ich habe mich darauf beschränkt meine Anwendungen in Anspruch zu nehmen und mich in der übrigen Zeit geschont. Anfangs war ich noch überrascht über die wenigen Anwendungen für Beckenbodengymnastik und Schließmuskeltraining. Später habe ich es dann verstanden. Der Schließmuskel ist nur so groß wie ein Schnürsenkel. Man kann ihn sehr leicht überlasten und dann mach er erstmal garnichts mehr. Ich habe dann ein angepasstes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung eingehalten. So wurde es immer besser. Nach 2 Wochen konnte ich schon problemlos ins Schwimmbad gehen. Nach 4 Wochen war ich zu 99% dicht. Auch während der AHB habe ich mich weiter über meine Krankheit informiert. Ich habe täglich im BPS Forum gelesen. Mit der AHB war ich sehr zufrieden.
       
24.04.2018 1.98 24.04.18
Erster PSA Wert nach der OP. Nicht so toll. Testosteron 0,2 ng/ml
       
09.05.2018 1.70 09.05.18
Zweiter PSA Wert nach der OP.
       
23.05.2018 1.53 23.05.18
PSA Bestimmung beim Urologen. Mir war klar das mit dem PSA Verlauf etwas nicht stimmte. Das PSA war immer noch viel zu hoch. Irgendetwas war der noch am Werkeln. Aber dazu später mehr.
       
29.05.2018 1.53 23.05.18
Vorstellung zur Strahlentherapie. Planungs- CT am 30.05.2018. Am 26.06.2018 erfolgte die Absage. PSA Wert zu hoch. Es werden zu viele Nebenwirkungen befürchtet.
       
10.07.2018 1.53 23.05.18
Nach Absage der RT Entscheidung zur Chemotherapie mit Docetaxel.
Mit der Zeit ist mir klar geworden das ich Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium habe. Mit der OP und der ADT würde ich nicht weit kommen. Deshalb auch die Entscheidung meiner Ärzte zur Maximaltherapie. Als die RT abgesagt wurde war ich erstmal emotional am Boden. Als die Chemotherapie dann vorgezogen wurde war ich froh darüber. Ja, ich habe mich auf die Chemo gefreut.

Staging Chemotherapie CT. 2 Lymphknotenmetastasen sind nicht mehr zu sehen, eine ist kleiner geworden.

       
13.07.2018 1.53 23.05.18
Heute war meinen Behindertenausweis in der Post.

Grad der Behinderung 90%
Heilungsbewährung 5 Jahre.
Keine Merkzeichen

Mir wurde weidereinmal bewusst wie schlimm es um mich steht.
       
17.07.2018 1.53 23.05.18
Beginn Chemotherapie. 6 Zyklen Docetaxel 75mg/m². Begleitmedikamente Dexamethason 8mg & Prednisolon 5mg.

Während der Chemo hatte ich folgende Nebenwirkungen:

- Häufiger Stuhlgang mit Durchfall
- Geschmacksveränderungen, Pelziges Gefühl auf der Zunge
- Müdigkeit
- Blut im Stuhl
- Veränderung der Fingernägel
- Neuropathie an den Füßen
- Haarausfall (Kopfhaar)
- Gewichtszunahme (5Kg)
- Hautausschlag
- Blutwerte gingen in den Keller
- Gelenkschmerzen in den Füßen und Kniegelenken
- Mondgesicht

In den ersten 3 Zyklen hatte ich häufigen Stuhlgang (min. 1x am Tag). Der Stuhlgang war immer sehr weich. Ab und zu hatte ich richtigen Durchfall. In den letzten 3 Zyklen besserte es sich das immer mehr. Im letzten Zyklus hatte ich wieder fast normalen Stuhlgang wie vor der Chemo.

Die Geschmacksveränderungen traten schon nach der 1. Infusion auf. Kaffee und Cola schmeckten anders. Sie setzten immer ca. 3 Tage nach der Infusion ein. Nach 7 weiteren Tagen wurde es wieder besser. Weil die Veränderungen erst später einsetzten konnte ich in den ersten Tagen viel trinken, so dass ich das Zellgift schnell wieder ausscheiden konnte.

Die Müdigkeit setzte immer nach 7 Tagen ein, wenn die Blutwerte im Keller waren. Ich musste mich dann ab und zu mal hinlegen. Ich hatte nur 2x eine Situation wo die Blutwerte so im Keller waren, dass ich mich schnell hinlegen musste damit mir nicht schwarz vor den Augen wurde. Ansonsten war ich während der gesamten Therapie immer viel in Bewegung.

Blut im Stuhl hatte ich nur 1x im 4. Zyklus. Es war ein kleiner Klecks ober drauf.

Meine Fingernägel sind zum glück nicht ausgefallen. Jedoch veränderten sie sich in der Farbe. Es bildeten sich Streifen in unterschiedlicher Farbe. (abwechselt hellrosa/dunkelrosa) An der Anzahl der Streifen konnte ich sehen wieviel Zyklen ich bekommen hatte. Ich fand das lustig.

Die Neuropathie trat in den letzten beiden Zyklen auf. Die Fußballen in beiden Füssen sie leicht taub. Der Zustand hält bis heute an.

Am 13. Tag nach der ersten Infusion hat der Haarausfall begonnen. Ich war unter der Dusche. Als ich einmal nach unten blickte sah ich das der Abfluss voller Haare war. Ich bin dann am nächsten Tag zum Friseur gefahren und hab mir die Haare abrasieren lassen. Wenn schon, dennschon.

Während der Chemo habe ich gut 5 kg zugenommen. Ich hatte immer großen Appetit. Mir war nicht ein einziges Mal übel. Ich habe regelmäßig 3 Malzeiten am Tag eingenommen.

Im 2. Zyklus hatte ich einmal roten Hautausschlag unter den Achseln und am Hals. Nach 5 Tagen ist er wieder abgeklungen.

In jedem Zyklus hatten die Blutwerke nach 7 Tagen ihren Nadir erreicht. Ich war dann immer kurzatmig. Meine Leukos gingen Anfangs bis auf 3.6 runter. Im Laufe der Chemo erholten sie sich aber immer besser. Nur im letzten Zyklus gingen sie nochmal auf 2.8 runter. Ich hatte nie Probleme mit den Blutwerten.

In den letzten beiden Zyklen hatte ich gelegentlich leichte Gelenkschmerzen.

Das Mondgesicht kam vom Dexamethason, wie ich in der Packungsbeilage nachlesen konnte.

Alles in allem habe ich die Chemo sehr gut überstanden. Die Nebenwirkungen waren gut zu ertragen. Sie waren immer nur in den ersten 2 Wochen nach der Infusion pressend. Die 3. Woche war fast normal. Ich weiß wie diese Therapie wirkt und bin überzeugt das es richtig war sie zu machen. Auch wenn ich nach der Chemo nicht mehr derselbe bin, ich würde jederzeit wieder eine machen.
       
24.09.2018 1.25 24.09.18
Im Rahmen einer Blutverlaufskontrolle für die Chemo habe ich das PSA beim Hausarzt mitbestimmen lassen.
       
01.10.2018 1.25 24.09.18
Da mein PSA Wert nach der OP ja noch zu hoch war, habe ich mich schon früh über die möglichen Ursachen und eine möglichst genaue Diagnostik informiert. Nach Ende der Chemo wäre im Rahmen eines Re- Staging ein normales CT indiziert. Ein CT kam für mich aber nicht in Frage. Es war mit zu ungenau. Ich habe mich deshalb für ein PSMA-PET-CT entschieden. Ich habe mein Vorgehen mit meinem Urologen abgesprochen.

Im Vorfeld habe ich als gesetzlich Versicherter Kassenpatient bei meiner Krankenkasse die Kostübernahme beantragt. Der per Einschreiben mit Rückschein gestellte Antrag wurde wenige Tage später telefonisch, lapidar und ziemlich unprofessionell abgelehnt. Keine lebensbedrohliche Krankheit bla, bla, bla…. Was solls, ich kann die Kosten auch von der Steuer absetzen.
       
18.10.2018 1.25 24.09.18
Vorstellung Urologie UMG. Mein Wunsch ein PSMA-PET-CT durchführen zu lassen wurde abgelehnt. Begründung: Nicht indiziert. Ich solle nach der Chemo ein normales CT durchführen lassen. Leitlinientreu halt.
Ich wurde von einem Assistenzarzt behandelt, der sich meine Geschichte anhörte und sich dann bei seiner Ärztin erkundigte was in meinem Fall zu tun sei.
       
06.11.2018 0.42 06.11.18
Im Rahmen der letzten Blutverlaufskontrolle wollte ich bei meinem Hausarzt wieder das PSA mitbestimmen lassen, was von ihm leider abgelehnt wurde. Im Vorfeld gab es schon einmal Probleme mit einer Krankschreibung kurz nach meiner OP im März. Ich fahre von heute an selber ins Labor. Morgens wird Blut abgenommen und nachmittags bekomme ich den Befund per Email zugeschickt. Ich muss das natürlich selber bezahlen aber das ist mir egal. Ich habe keine Lust mich darüber zu ärgern.
       
07.11.2018 0.42 06.11.18
Re- Staging Chemotherapie: 68GA PSMA-PET-CT
Vorstellung Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn. Nachdem ich am UMG abgelehnt worden bin habe ich hier problemlos einen Termin bekommen. Als ich am Vortag das PSA bestimmen lassen habe dann die Überraschung: PSA 0,42. Ich war etwas verunsichert und habe mich beim behandelnden Arzt erkundigt. Dieser versicherte mir aber, dass man auch bei so kleinen PSA Werten was sehen kann. Die Abwicklung war freundlich und verlief reibungslos. Als Selberzahler gabs noch einen Gutschein für das Bistro gratis dazu.

Befund
CT:
ohne Befund!
PSMA-PET:
Bei Zustand nach radikaler Prostataektomie finden sich im Bereich
der ehemaligen Prostataloge keine pathologischen Anreicherungen des Tracers.
Re. Interaortocaval (Serie 2, Bild 133) 0,6cm Speichernder Lymphknoten,
etwas kaudal gelegen (Bild 121) findet sich li. Paraaortal 0,7cm Lymphknoten mit Tracerspeicherung
Re. iliacal (Serie 2, Bild 137) 0,8cm große fokale Anreicherung in Projektion auf
Harnleiterverlauf, in derselben Höhe re. Präsakral findet sich eine Kerbenförmige
0,9cm große Weichteilige Struktur mit deutlicher fokaler Traceranreicherung, SUVmax 7,3.
Diese könnte einer physiologischen Grenzstrangganglienspeicherung Entsprechen.
Retroperitoneal beiderseits finden sich winzige Anreicherungen ähnlicher Natur in den Ganglien des Grenzstranges.
       
04.01.2019 0.14 03.01.19
Vorstellung beim Urologen. Kurze Befundbesprechung des PET-CT. Die befallen Lymphknoten können operativ entfernt werden. Ich willige ein. Eine Bestrahlung ist mir zu ungenau. Man weiß nie ob man die Lymphknoten richtig trifft. Im Vorfeld soll noch eine Skelettszintigraphie gemacht werden.
       
21.01.2019 0.14 03.01.19
Staging Lymphadenektomie Skelettszintigraphie: Es ist erstmal nichts zu sehen. So die Aussage des Radiologen. Den genauen Befund erhalte ich in 2-3 Tagen.

Hatte ich auch erwartet. Nach 11 Monaten ADT, Chemo und PSA Remission.

Ab hier live Berichterstattung